Was wir tun

Der Bunte Kreis Kassel unterstützt Familien mit Frühgeborenen sowie chronisch kranken und schwerstkranken Kindern und Jugendlichen in der ersten Zeit des Übergangs vom Krankenhaus zur weiteren ambulanten Versorgung in die häusliche Umgebung. Mit unserem erfahrenen und hoch kompetenten Team organisieren, koordinieren, beraten und begleiten wir die Patientenfamilien bei den vielfältigen Herausforderungen, die der Familienalltag stellt. Durch die regelmäßigen Besuche der Nachsorgeschwester und deren ständige Erreichbarkeit erhalten die Familien Sicherheit und werden in ihren Kompetenzen gestärkt. Die Nachsorge versteht sich als "Hilfe zur Selbsthilfe". Mit unserer Begleitung haben wir das Ziel, die Familie soweit zu stärken, dass sich die Eltern kompetent um ihr Kind kümmern können und die Lebensqualität aller Familienmitglieder bestmöglichst erhalten bleibt.

Sozialmedizinische Nachsorge

Jedes Jahr sind in Deutschland mehr als 40.000 Familien damit konfrontiert, dass ihr Kind zu früh geboren , schwer erkrankt ist oder einen Unfall erlitten hat. Während der Klinikzeit werden die Kinder und Jugendlichen mit modernster (Intensiv-) Medizin versorgt und betreut. In den seltensten Fällen sind diese Patienten mit der Entlassung vollständig genesen. Oft müssen sie mit mehr oder weniger großen Beeinträchtigungen leben, die sich auch auf das familiäre Umfeld auswirken. Somit betrifft die Erkrankung eines Kindes/ Jugendlichen immer seine gesamte Familie.

Vor allem in der ersten Zeit nach der Entlassung müssen u.a. vielfältige Arztbesuche, Therapien, Beratungsgespräche und Telefonate wahrgenommen werden. Hinzu kommt die hohe psychosoziale Belastung der Familie, die mit der Erkrankung des Kindes einhergeht.
Hier greift die sozialmedizinische Nachsorge als Regelleistung der Krankenkasse nach §43 Abs. 2 SGB V.  Sie ist ein Angebot im Anschluss an einen stationären Aufenthalt, die den Übergang von der Klinik in die häusliche Umgebung erleichtern soll. Sie wird vom Klink- oder niedergelassenen Kinderarzt verordnet. Sie setzt am individuellen Bedarf des Patienten an und bietet ihm und seiner Familie eine ganzheitliche Unterstützung unter Berücksichtigung medizinischer, pflegerischer und psychosozialer Aspekte.
Die Sozialmedizinische Nachsorge ist für die Familien kostenfrei.

Was sind die Rahmenbedingungen?

  • Das Kind darf bei Beginn der Nachsorge das 14. Lebensjahr, in besonders schwerwiegenden Fällen das 18. Lebensjahr, noch nicht vollendet haben.
  • Die Verordnung der Nachsorge erfolgt unmittelbar im Anschluss an einen stationären Aufenthalt (Krankenhaus oder Rehaeinrichtung), bzw. max. 6 Wochen danach.
  • Die Verordnung erfolgt durch den Krankenhausarzt oder den niedergelassenen Kinderarzt.
  • Die Nachsorgedauer beträgt in der Regel max. 12 Wochen.
  • Eine Verordnung kann für mindestens 6 und max. 20 Nachsorgeeinheiten (1 Einheit-60min) ausgestellt werden.
  • Eine Verlängerung der Nachsorge ist um max. 10 Stunden möglich.

Für wen eignet sich unser Angebot?

Die Sozialmedizinische Nachsorge ist ein Angebot für Früh-und Risikogeborene, chronisch kranke und schwerstkranke Kinder und Jugendliche und deren Familien. Hierzu gehören u.a. :
  • sehr kleinen Frühgeborene (< 32 SSW oder < 1500g)
  • Kinder mit Herzerkrankungen
  • Kinder mit Fehlbildungen
  • neuropädiatrische erkrankte Kinder
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Postasphyxie-Syndrom – damit verbundene schwere Behinderung
  • Diabetes mellitus mit komplizierten Faktoren
  • Erkrankungen der Atmungsorgane – z.B. Muccoviscidose
  • Kinder mit Brandverletzungen
Für die Verordnung der Nachsorge ist neben den vorliegenden Beeinträchtigungen und der damit verbundenen Versorgung des Patienten im häuslichen Umfeld die Gesamtbelastung der Familie wesentliche Grundlage. Zu diesen Belastungsfaktoren gehören u.a.:
  • unsichere, ängstliche Eltern
  • Alleinerziehende Eltern
  • Eltern in schwieriger psychosozialer Situation
  • Mehrlingsgeburten mit fehlender Unterstützung
  • Eltern mit Migrationshintergrund
  • Eltern, die selbst unter einer Krankheit oder Behinderung leiden

Wie sieht die Hilfe konkret aus?

  • Ihre persönliche Nachsorgeschwester nimmt bereits in der Klinik mit Ihnen Kontakt auf und steht Ihnen als kontinuierlicher Ansprechpartner im Rahmen von Telefonaten und Hausbesuchen zur Verfügung.
  • Wir unterstützen Sie bei der Entlassung aus der Klinik und koordinieren die ärztliche, therapeutische und pflegerische Versorgung.
  • Wir beraten Sie bei alltags- und krankheitsbezogenen Fragestellungen und unterstützen Sie, so dass Sie sich in der Versorgung und Pflege Ihres Kindes kompetent und sicher fühlen.
  • Wir können Sie zu weiter betreuenden Einrichtungen z.B. Kinderarzt begleiten.
  • Wir vernetzen die Versorgungspartner (z.B. Kinderärzte, Therapeuten, Frühförderstellen), die Sie und ihr Kind unterstützen können und arbeiten eng mit diesen zusammen.
  • Eine Psychologin kann Ihnen in belastenden Situationen zur Seite stehen.

Was sind die Ziele der sozialmedizinischen Nachsorge?

Bei chronisch kranken und schwerstkranken Kindern und Jugendlichen ist die häusliche Versorgungssituation nach der Entlassung aus der Klinik oft sehr schwierig. Nicht selten sind die Familien mit der neuen Situation überfordert. In diesen Fällen kann die sozialmedizinische Nachsorge unterstützend wirken, indem sie die ambulante Weiterversorgung des Patienten sicherstellt, eine Überforderungssituation der Eltern und damit einhergehend unnötige stationäre Wiederaufnahmen möglichst vermeidet.


Zögern Sie nicht sich bei Fragen und weiteren Informationsbedarf an das Team vom Bunten Kreis Kassel zu wenden!